Die richtigen Bedingungen: kühl, dunkel, trocken, luftig
Kartoffeln sind lebende Knollen, die nach der Ernte weiter atmen und bei Licht und Wärme austreiben. Ideal sind 4 bis 8 Grad, Dunkelheit, eine Luftfeuchtigkeit um 90 Prozent und Luftzirkulation — die klassischen Kellerbedingungen. Unter 4 Grad wandelt die Knolle Stärke in Zucker um, sie schmeckt süßlich und bräunt beim Braten zu stark; das ist der Grund, warum Kartoffeln nicht in den Kühlschrank gehören. Über 12 Grad beginnen sie zu keimen, Licht macht sie grün. Wer keinen Keller hat, nutzt den kühlsten dunklen Ort der Wohnung: Abstellraum, Flur, unbeheiztes Schlafzimmer, Balkonschrank im Herbst.
| Lagerort | Temperatur | Haltbarkeit Lagerkartoffeln | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Dunkler, kühler Keller | 4–8 °C | 4–6 Monate | Holzkiste oder Jutesack, Luft von unten |
| Abstellraum, Vorratsschrank | 10–15 °C | 3–6 Wochen | dunkel, Papiertüte oder Karton |
| Küche | 18–22 °C | 1–2 Wochen | keimen schnell, nur kleine Mengen kaufen |
| Kühlschrank | 2–5 °C | — | nicht empfohlen, werden süß |
| Frühkartoffeln (alle Orte) | — | 1–2 Wochen | dünne Schale, nicht lagerfähig |
Verpackung und Nachbarschaft
Plastikbeutel sind der häufigste Fehler: Darin sammelt sich Feuchtigkeit, und die Knollen faulen oder schimmeln. Besser sind Jutesäcke, Papiertüten, Holzkisten oder Körbe, in denen Luft zirkuliert. Die Kartoffeln vor dem Einlagern nicht waschen — anhaftende Erde schützt die Schale. Beschädigte und angefaulte Knollen aussortieren, sie stecken den Rest an. Kartoffeln und Zwiebeln getrennt lagern: Zwiebeln geben Feuchtigkeit ab und lassen Kartoffeln schneller austreiben. Auch Äpfel und anderes Obst gehören nicht daneben, ihr Reifegas Ethylen lässt Kartoffeln schneller altern.
- Nie in Plastik, sondern in Jute, Papier, Holz oder Korb
- Nicht waschen, beschädigte Knollen aussortieren
- Getrennt von Zwiebeln und Obst
- Regelmäßig durchsehen und Keime entfernen
Keime und grüne Stellen: was noch essbar ist
Kleine Keime bis etwa einen Zentimeter sind harmlos und werden vor der Zubereitung großzügig herausgeschnitten. Lange Keime und schrumpelige, weiche Knollen zeigen, dass die Kartoffel ihre Stärke in die Triebe gesteckt hat — sie schmeckt fade und enthält mehr Solanin. Grüne Stellen entstehen durch Licht und sind ein Zeichen für erhöhten Solaningehalt; dieser natürliche Bitterstoff sitzt vor allem in Schale, Keimen und den grünen Bereichen. Kleine grüne Flecken werden dick weggeschnitten, stark ergrünte oder stark gekeimte Kartoffeln gehören in den Müll. Bitterer Geschmack ist ein klares Warnsignal. Kinder und Schwangere sollten Kartoffeln mit Keimen und grünen Stellen ganz meiden.
Frühkartoffeln, Lagerkartoffeln, gekochte Kartoffeln
Frühkartoffeln ab Juni haben eine dünne, lose Schale und sind nicht lagerfähig — sie werden innerhalb von ein bis zwei Wochen verbraucht und können ausnahmsweise im Kühlschrank liegen, weil sie ohnehin nicht nachreifen. Lagerkartoffeln ab September haben eine feste Schale und halten unter Kellerbedingungen bis ins Frühjahr; festkochende Sorten bleiben dabei etwas länger fest als mehligkochende. Gekochte Kartoffeln kommen in den Kühlschrank und halten dort mit Schale drei bis vier Tage, geschält zwei — ideal für Bratkartoffeln, die aus Kartoffeln vom Vortag am besten gelingen. Gekühlte gekochte Kartoffeln enthalten außerdem resistente Stärke, die den Blutzucker langsamer steigen lässt.
Große Mengen und Reste verwerten
Wer Kartoffeln im Sack kauft, sollte sie regelmäßig durchsehen und beginnende Keime abbrechen, das verlängert die Lagerzeit um Wochen. Kartoffeln, die weich werden, lassen sich noch zu Püree, Suppe oder Kartoffelpuffer verarbeiten — und dann einfrieren, wie im Beitrag zum Einfrieren von Kartoffeln beschrieben. Rohe Kartoffeln vertragen den Tiefkühler nicht. Ein einfacher Test für die Frische: Feste, glatte Knollen ohne Keime und Flecken sind gut; weiche, faltige oder süßlich riechende gehören in die Tonne, ebenso alle mit dunklen, matschigen Faulstellen.
Noch ein Hinweis zum Einkauf: Kartoffeln aus dem Kühlregal oder aus hell ausgeleuchteten Supermarktregalen haben oft schon Licht und Kälte abbekommen und halten zu Hause kürzer. Lose Ware aus dem Sack, vom Wochenmarkt oder direkt vom Hof ist meist frischer — und lässt sich zu Hause besser sortieren.