Warum rohe Kartoffeln nicht in den Tiefkühler gehören
Rohe Kartoffeln enthalten viel Wasser und Stärke. Beim Einfrieren sprengen Eiskristalle die Zellen, und die Stärke wandelt sich bei Kälte teilweise in Zucker um — dieselbe Reaktion, die Kartoffeln im kalten Keller süßlich schmecken lässt. Nach dem Auftauen sind sie glasig, wässrig, mehlig und schmecken süß; beim Braten werden sie außerdem dunkel. Deshalb gilt: Kartoffeln werden vor dem Einfrieren immer gegart oder mindestens blanchiert. Roh gelagert halten sie dagegen bei 4 bis 8 Grad im dunklen, trockenen Keller mehrere Monate — im Kühlschrank ist es ihnen zu kalt.
Welche Kartoffelgerichte sich einfrieren lassen
| Zubereitung | Einfrieren | Haltbarkeit | Tipp |
|---|---|---|---|
| Kartoffelpüree | sehr gut | 3 Monate | mit Butter und Milch, in Portionen |
| Blanchierte Kartoffelstücke | gut | 6 Monate | 3–5 Min. blanchieren, abschrecken, trocknen |
| Pommes (vorfrittiert oder blanchiert) | gut | 6 Monate | gefroren in den Ofen oder die Fritteuse |
| Bratkartoffeln, Rösti, Kroketten | gut | 3 Monate | gefroren in der Pfanne aufknuspern |
| Gekochte Kartoffeln im Stück | mäßig | 3 Monate | werden mehlig — nur für Eintopf, Püree, Auflauf |
| Kartoffelsalat, Gratin mit Sahne | nicht empfohlen | — | Sauce trennt sich, Textur leidet |
| Rohe Kartoffeln | nein | — | werden süß, glasig und dunkel |
So frierst du Kartoffeln richtig ein
Für Kartoffelstücke, Pommes oder Würfel werden die Kartoffeln geschält, geschnitten und drei bis fünf Minuten in kochendem Salzwasser blanchiert, dann in Eiswasser abgeschreckt und gründlich getrocknet — Restwasser wird zu Eis und macht die Stücke matschig. Auf einem Blech vorfrieren, dann in Beutel füllen. Kartoffelpüree wird fertig gewürzt, mit Butter und Milch verfeinert und abgekühlt in flachen Portionen eingefroren; ein hoher Fettanteil hält es cremig. Bratkartoffeln und Rösti friert man fertig gebraten und ausgekühlt ein, ideal auf Backpapier in einer Lage. Immer Datum und Inhalt notieren.
- Immer garen oder blanchieren, nie roh
- Nach dem Abschrecken gut trocknen
- Auf dem Blech vorfrieren, dann in den Beutel — nichts klebt zusammen
- Püree mit reichlich Fett, flach in Portionen
Auftauen und zubereiten
Kartoffeln aus dem Tiefkühler kommen gefroren in die Pfanne, den Ofen oder die Fritteuse; aufgetaut werden sie weich und nehmen Fett auf. Püree wird gefroren bei kleiner Hitze im Topf oder in der Mikrowelle erwärmt und mit einem Schuss Milch glatt gerührt. Kartoffelstücke für Eintopf oder Suppe wandern direkt in die Flüssigkeit. Einmal aufgetaute Kartoffelgerichte am selben Tag verbrauchen und nicht erneut einfrieren. Wer Kartoffeln lieber frisch hat, lagert sie richtig: dunkel, kühl, luftig und getrennt von Äpfeln, deren Reifegas das Keimen beschleunigt.
Kartoffelgerichte vorkochen und einfrieren
Am unkompliziertesten friert man nicht die Kartoffel, sondern das fertige Gericht ein. Kartoffelsuppe und Eintöpfe mit Kartoffeln überstehen den Tiefkühler gut, wenn die Kartoffeln nicht zu weich gekocht sind — beim Aufwärmen garen sie nach. Sahne, Milch oder Crème fraîche erst nach dem Auftauen zugeben, weil sie sich beim Gefrieren trennen. Kartoffelknödel und Gnocchi frieren roh geformt auf dem Blech vor und werden dann gefroren in siedendes Wasser gegeben, das verhindert, dass sie beim Auftauen zerlaufen. Auch Kartoffelpuffer und Reibekuchen lassen sich fertig gebraten einfrieren und im Ofen bei 200 Grad in zehn Minuten wieder knusprig backen.
Nicht zum Einfrieren eignen sich Gerichte, in denen die Kartoffel die Textur trägt und kalt oder nur lauwarm gegessen wird: Kartoffelsalat wird wässrig und mehlig, Gratin mit Sahnesauce trennt sich, Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln werden nach dem Auftauen zäh, weil die Zwiebeln Wasser abgeben. Wer solche Gerichte vorbereiten will, kocht die Kartoffeln am Vortag und lagert sie mit Schale im Kühlschrank — dort halten sie drei Tage und lassen sich am nächsten Tag sogar besser schneiden als frisch gekochte.
- Suppen und Eintöpfe ohne Sahne einfrieren, Kartoffeln nicht zu weich kochen
- Knödel und Gnocchi roh vorfrieren, gefroren ins Wasser geben
- Puffer und Kroketten im Ofen aufknuspern, nicht in der Mikrowelle
- Kartoffelsalat und Gratin frisch zubereiten, Kartoffeln nur vorkochen
Für die Beschriftung lohnt sich neben dem Datum ein Hinweis auf die Sorte: Festkochende Kartoffeln bleiben nach dem Einfrieren formstabiler und eignen sich für Stücke und Pommes, mehligkochende zerfallen leichter und sind die bessere Wahl für Püree, Knödel und Suppen.