Warum der Kühlschrank Tomaten schadet
Tomaten stammen aus warmen Regionen und reagieren empfindlich auf Kälte. Unter etwa 12 Grad stoppt die Bildung der Aromastoffe, die eine Tomate nach Tomate schmecken lassen, und bereits vorhandene Aromen bauen sich ab — nach wenigen Tagen im Kühlschrank ist der Geschmack deutlich flacher, das Fruchtfleisch wird mehlig, die Haut ledrig. Studien haben gezeigt, dass Kälte die Aktivität der Gene für die Aromabildung dauerhaft drosselt; eine gekühlte Tomate holt das bei Zimmertemperatur nur teilweise auf. Der richtige Platz ist deshalb eine Schale bei 12 bis 18 Grad, ohne direkte Sonne, in der die Früchte nebeneinander liegen und nicht gequetscht werden.
| Zustand | Lagerort | Haltbarkeit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Reif, ganz | Zimmertemperatur 12–18 °C, schattig | 5–7 Tage | Stielansatz nach unten, nicht stapeln |
| Sehr reif, weich | Kühlschrank Gemüsefach | 1–2 Tage | vor dem Essen 1 Stunde aufwärmen |
| Unreif, grün-orange | Zimmertemperatur 18–22 °C | reift in 3–7 Tagen | mit Apfel im Papierbeutel schneller |
| Angeschnitten | Kühlschrank, Schnittfläche abgedeckt | 1–2 Tage | Schnittfläche nach unten auf Teller |
| Cocktail-/Cherrytomaten | Zimmertemperatur | 7–10 Tage | halten länger als große Sorten |
| Rispentomaten | Zimmertemperatur, an der Rispe | 7–10 Tage | Rispe versorgt die Früchte weiter |
So lagerst du reife Tomaten richtig
Tomaten mögen es luftig und trocken. Eine flache Schale oder ein Korb, in dem die Früchte in einer Lage liegen, ist ideal — gestapelt drücken sie sich gegenseitig Druckstellen ein, aus denen Fäulnis beginnt. Der Stielansatz kommt nach unten: Dort ist die Schale am dünnsten, und liegend auf dem Ansatz verdunstet weniger Wasser. Rispentomaten bleiben an der Rispe, die sie noch einige Tage mit Wasser versorgt. Direkte Sonne und die Nähe zum Herd beschleunigen das Reifen und Weichwerden; ein Platz auf der Arbeitsfläche im Schatten oder im kühlen Vorratsraum ist besser. Tomaten werden nicht gewaschen, bevor sie gelagert werden — Feuchtigkeit fördert Schimmel.
- Einlagig in Schale oder Korb, Stielansatz nach unten
- Schattig bei 12–18 °C, nicht neben dem Herd
- Rispe dranlassen, nicht vorher waschen
- Täglich durchsehen, weiche Früchte zuerst verbrauchen
Getrennt von anderem Obst: das Ethylen-Problem
Tomaten produzieren beim Reifen Ethylen, ein Gas, das die Reife bei ihnen selbst und bei Nachbarfrüchten beschleunigt. Liegen sie im Obstkorb neben Äpfeln, Bananen oder Birnen — allesamt starke Ethylenbildner —, reifen und verderben sie deutlich schneller; umgekehrt lassen Tomaten empfindliches Gemüse wie Gurken, Salat oder Brokkoli schneller welken. Reife Tomaten bekommen deshalb eine eigene Schale. Genau dieser Effekt lässt sich für unreife Tomaten nutzen: Grüne oder blasse Früchte reifen in einem Papierbeutel mit einem Apfel innerhalb von zwei bis vier Tagen nach, weil das Ethylen des Apfels die Reifung anstößt.
Wann der Kühlschrank doch erlaubt ist
Zwei Situationen rechtfertigen den Kühlschrank: Sehr reife, weiche Tomaten, die sonst am nächsten Tag verderben würden, halten im Gemüsefach noch ein bis zwei Tage — sie sollten dann vor dem Essen eine Stunde bei Zimmertemperatur liegen, damit sich das verbliebene Aroma entfaltet. Und angeschnittene Tomaten gehören in jedem Fall in den Kühlschrank, abgedeckt oder mit der Schnittfläche nach unten auf einem Teller, und werden innerhalb von ein bis zwei Tagen verbraucht. Bei sommerlicher Hitze über 25 Grad ist das Gemüsefach für reife Früchte ebenfalls das kleinere Übel. Für die Verarbeitung zu Sauce oder Suppe spielt der Aromaverlust kaum eine Rolle.
Überreife Tomaten verwerten und einfrieren
Tomaten, die weich werden, aber keine Schimmel- oder Faulstellen haben, sind ideal für Sauce, Suppe, Sugo, Bruschetta-Topping oder Ofentomaten. Roh einfrieren funktioniert für alles, was später gekocht wird: Ganze Tomaten waschen, trocknen und in einen Beutel geben; nach dem Auftauen lässt sich die Haut einfach abziehen. Alternativ die Tomaten pürieren oder zu Sauce kochen und portionsweise einfrieren — so halten sie sechs bis zwölf Monate. Tomaten mit Schimmelflecken oder eingesunkenen, matschigen Stellen werden komplett entsorgt; anders als bei Hartkäse reicht Wegschneiden bei wasserreichen Früchten nicht.