Roh oder vorgegart: das kommt auf den Pilz an
Pilze bestehen zu rund 90 Prozent aus Wasser. Beim Einfrieren bildet dieses Wasser Kristalle, die die Zellwände zerstören — nach dem Auftauen sind rohe Pilze deshalb weich und geben viel Flüssigkeit ab. Bei festen Zuchtpilzen wie Champignons stört das wenig, weil sie ohnehin gebraten oder geschmort werden. Wildpilze mit zartem Fleisch — Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen — verlieren roh eingefroren Aroma und werden gummiartig; sie werden vorher kurz angebraten oder blanchiert. Gebratene Pilze frieren am besten ein: Das Wasser ist schon verdampft, die Röstaromen sind da, und nach dem Auftauen brauchen sie nur noch Wärme.
| Pilzsorte | Beste Methode | Haltbarkeit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Champignons | roh in Scheiben oder gebraten | 6–8 Monate roh, 12 Monate gebraten | nicht waschen, nur abreiben |
| Pfifferlinge | gebraten oder 2 Min. blanchiert | 8–12 Monate | roh eingefroren werden sie bitter |
| Steinpilze | in Scheiben angebraten | 12 Monate | alternativ trocknen |
| Austernpilze, Kräuterseitlinge | gebraten | 8–12 Monate | roh werden sie zäh |
| Shiitake | roh (Stiele entfernen) oder gebraten | 6–12 Monate | Stiele sind zu holzig |
| Maronen | blanchiert oder gebraten | 8–12 Monate | Röhren-Schwamm bei alten Pilzen entfernen |
So frierst du Pilze ein
Pilze nie waschen, sondern mit einem Pinsel oder Küchentuch säubern — Wasser saugen sie wie ein Schwamm auf. Putzen, Stielenden abschneiden, große Pilze in Scheiben schneiden. Für die Rohvariante die Scheiben auf einem Blech mit Backpapier verteilen, zwei Stunden vorfrieren und dann in einen Gefrierbeutel füllen; so kleben sie nicht zusammen und lassen sich portionsweise entnehmen. Für die gegarte Variante die Pilze in wenig Öl bei hoher Hitze braten, bis die Flüssigkeit verdampft ist, vollständig abkühlen lassen und flach in Beuteln oder Dosen einfrieren. Blanchierte Pilze kommen zwei Minuten in kochendes Salzwasser, dann in Eiswasser, und werden gut abgetropft eingefroren.
- Nicht waschen, trocken putzen
- Roh: in Scheiben auf dem Blech vorfrieren, dann in den Beutel
- Gebraten: ohne Zwiebeln oder Sahne, vollständig ausgekühlt
- Portionsgrößen von 150–250 g — das entspricht einer Pfanne
Auftauen: gar nicht
Gefrorene Pilze kommen direkt in die heiße Pfanne, den Topf oder auf das Blech. Aufgetaute Pilze verlieren auf dem Teller Flüssigkeit und werden matschig; gefroren angebraten verdampft das Wasser sofort. Für Risotto, Suppe oder Sauce gibst du die gefrorenen Pilze in die kochende Flüssigkeit. Einmal aufgetaut, müssen Pilze am selben Tag verbraucht werden und dürfen nicht wieder eingefroren werden — beim zweiten Auftauen bilden sich schnell Keime, und rohe Pilze mit langer Auftauzeit können Bauchschmerzen verursachen.
Trocknen als Alternative
Für Steinpilze, Maronen und Shiitake ist Trocknen die aromatischere Konservierung: In dünnen Scheiben bei 40 bis 50 Grad im Backofen oder Dörrgerät über sechs bis acht Stunden verlieren sie das Wasser, behalten aber das Aroma konzentriert. Getrocknete Pilze halten in einem verschlossenen Glas ein Jahr und mehr und werden vor der Verwendung 20 Minuten in lauwarmem Wasser eingeweicht — das Einweichwasser ist eine ausgezeichnete Grundlage für Saucen. Champignons und Pfifferlinge eignen sich weniger, weil sie beim Trocknen zäh werden.
Selbst gesammelte Pilze: was vor dem Einfrieren wichtig ist
Wer Pfifferlinge, Steinpilze oder Maronen aus dem Wald mitbringt, verarbeitet sie am selben Tag — Wildpilze verderben schneller als Zuchtpilze, und der Eiweißabbau beginnt schon wenige Stunden nach der Ernte. Madige Stellen großzügig wegschneiden, den unteren Stielteil entfernen und Sand mit einem Pinsel ausbürsten. Bei älteren Röhrlingen wie Maronen und Steinpilzen den weichen Schwamm unter dem Hut abziehen, er wird beim Auftauen schleimig. Pilze, die beim Sammeln schon matschig, dunkel verfärbt oder muffig waren, gehören nicht in den Tiefkühler.
Ein Hinweis, der oft untergeht: Gefrorene Wildpilze sind roh nicht genießbar und müssen vor dem Verzehr mindestens 15 Minuten gegart werden — das gilt für Morcheln, Hallimasch und Maronen, die roh Magen-Darm-Beschwerden auslösen, ebenso wie für Steinpilze. Frier deshalb nur Pilze ein, die du sicher bestimmt hast; ein Tiefkühlbeutel ohne Beschriftung ist nach Monaten kaum noch zuzuordnen. Auch die Menge zählt: Wildpilze können Schwermetalle und Radiocäsium anreichern, weshalb das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, nicht mehr als rund 250 Gramm Wildpilze pro Woche zu essen — ein Tiefkühlvorrat verführt dazu, das zu übersehen.
- Am Sammeltag verarbeiten, madige Stellen und Schwamm entfernen
- Nur sicher bestimmte Pilze einfrieren, Sorte beschriften
- Gefrorene Wildpilze immer mindestens 15 Minuten garen
- Wildpilze wegen Schadstoffen in Maßen essen