Eier abgelaufen: was nach dem MHD noch geht

JFJonas Frei Aktualisiert am 26. August 2026 6 Min Lesezeit

Das MHD von Eiern liegt 28 Tage nach dem Legen und ist kein Verfallsdatum: Gekühlt sind Eier danach noch 2–4 Wochen verwendbar — aber nur durcherhitzt (hart gekocht, Rührei, Kuchen, Auflauf), nicht mehr roh. Der Schwimmtest zeigt das Alter, nicht den Verderb; verdorbene Eier riechen nach Schwefel.

Schwimmtest: Ei im Wasserglas neben Eierkarton mit Datum

Was das MHD bei Eiern bedeutet

Eier tragen ein Mindesthaltbarkeitsdatum, das gesetzlich auf den 28. Tag nach dem Legen festgelegt ist. Bis zu diesem Datum garantiert der Erzeuger, dass die Eier bei richtiger Lagerung roh verzehrt werden können — für Tiramisu, Mayonnaise oder Spiegelei mit weichem Dotter. Das MHD ist aber kein Verfallsdatum: Nach dem 28. Tag sind Eier bei Kühlung noch etwa zwei bis vier Wochen genießbar, allerdings nur noch durcherhitzt, also mindestens zwei Minuten auf über 70 Grad im Kern: hart gekocht, als Rührei, im Kuchen, Auflauf oder Pfannkuchen. Der Grund ist das Salmonellenrisiko, das mit dem Alter des Eis steigt, weil die Schutzschicht der Schale abbaut und die Keime ins Innere wandern können.

Alter des EisRoh verwendenDurcherhitzt verwendenLagerung
bis 18. Tagjajaungekühlt oder gekühlt
Tag 18 bis 28 (MHD)jajanur noch gekühlt
1–2 Wochen nach MHDneinjagekühlt, Schwimmtest machen
2–4 Wochen nach MHDneinnur nach bestandenem Testgekühlt
über 4 Wochen nach MHDneinnicht empfohlenentsorgen

Der Schwimmtest — und was er wirklich zeigt

Ein rohes Ei in ein Glas kaltes Wasser legen: Ein frisches Ei bleibt flach am Boden liegen, ein einige Wochen altes stellt sich auf, weil die Luftkammer am stumpfen Ende gewachsen ist, und ein sehr altes Ei schwimmt oben. Der Test misst nur das Alter über die Luftkammer, nicht, ob das Ei verdorben ist — ein schwimmendes Ei kann noch in Ordnung sein, ein liegendes Ei selten schlecht. Aufgestellte Eier sind durcherhitzt noch verwendbar, schwimmende werden im Zweifel entsorgt. Sicherer ist der Test nach dem Aufschlagen: Ein frisches Ei hat einen hoch gewölbten Dotter und ein festes, zähflüssiges Eiweiß; bei alten Eiern läuft das Eiweiß wässrig auseinander und der Dotter platzt leicht. Riecht das Ei nach Schwefel oder ist das Eiweiß verfärbt, ist es verdorben — unabhängig vom Datum.

Richtig lagern, damit Eier länger halten

  • Bis zum 18. Tag dürfen Eier ungekühlt verkauft und gelagert werden; zu Hause ist der Kühlschrank ab dem Kauf die bessere Wahl
  • Einmal gekühlt, immer gekühlt — Temperaturwechsel erzeugen Kondenswasser auf der Schale, das Keime hineinträgt
  • Mit der Spitze nach unten in der Originalverpackung lagern, damit die Luftkammer oben bleibt und die Schale keine Fremdgerüche aufnimmt
  • Nicht waschen: Die Schutzschicht der Schale (Cuticula) hält Keime ab
  • Eier mit Rissen sofort verbrauchen, durcherhitzt

Abgelaufene Eier verwerten

Eier kurz nach dem MHD sind ein Fall für alles, was in den Ofen oder die Pfanne geht: Rührei und Omelett, Frittata, Kuchen, Muffins, Pfannkuchen, Quiche, Aufläufe oder hart gekochte Eier für Salat und Brotdose. Nicht mehr geeignet sind Speisen mit rohem oder nur leicht erhitztem Ei — Tiramisu, Mousse au Chocolat, selbst gemachte Mayonnaise, Spiegel- und pochierte Eier mit weichem Dotter. Wer mehr Eier hat, als in zwei Wochen zu verbrauchen sind, schlägt sie auf und friert sie verquirlt ein; wie das geht, steht im Beitrag zum Einfrieren von Eiern.

Salmonellen: das eigentliche Risiko bei alten Eiern

Der Grund für die Regel „nach dem MHD nur durcherhitzt" sind Salmonellen. Die Bakterien können auf der Schale sitzen oder — seltener — schon im Ei vorhanden sein und vermehren sich bei Wärme rasch. Bei einem frischen, gekühlten Ei ist die Keimzahl so niedrig, dass ein roher Verzehr für gesunde Erwachsene als sicher gilt. Mit dem Alter wird die Schale durchlässiger, das Eiweiß verliert seine antibakteriellen Eigenschaften, und die Salmonellen können ins Innere gelangen und sich vermehren. Ab etwa 70 Grad für zwei Minuten sterben sie ab, weshalb ein hart gekochtes Ei oder ein Kuchen aus dem Ofen auch mit älteren Eiern unproblematisch ist.

Besondere Vorsicht gilt für Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen und alle mit geschwächtem Immunsystem: Sie sollten Speisen mit rohem Ei grundsätzlich meiden, auch bei frischen Eiern, und das MHD strenger nehmen. In der Küche helfen einfache Regeln: Hände nach dem Anfassen der Schale waschen, Eier nicht auf der Arbeitsfläche aufschlagen, an der anschließend Salat geschnitten wird, und Speisen mit rohem Ei sofort kühlen und am selben Tag essen. Eine Salmonelleninfektion zeigt sich sechs bis 72 Stunden nach dem Essen mit Durchfall, Bauchkrämpfen und Fieber; wer betroffen ist, sollte viel trinken und bei Risikogruppen ärztlichen Rat einholen.

  • Salmonellen sterben ab 70 °C Kerntemperatur nach zwei Minuten ab
  • Risikogruppen meiden rohes Ei generell
  • Hände und Arbeitsflächen nach Eierkontakt reinigen
  • Speisen mit rohem Ei sofort kühlen, am selben Tag essen
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Häufige Fragen

Kann man Eier nach dem MHD noch essen?
Ja, gekühlt noch zwei bis vier Wochen — aber nur durcherhitzt, nicht roh oder mit weichem Dotter.
Wie lange sind Eier über dem MHD haltbar?
Etwa zwei bis vier Wochen im Kühlschrank, wenn Schale und Geruch in Ordnung sind. Danach entsorgen.
Ist ein schwimmendes Ei schlecht?
Nicht zwingend — es ist alt, weil die Luftkammer gewachsen ist. Durcherhitzt kann es noch verwendet werden, im Zweifel entsorgen.
Woran erkenne ich ein verdorbenes Ei?
Schwefelgeruch beim Aufschlagen, wässriges, verfärbtes Eiweiß, flacher Dotter, der sofort platzt. Dann wegwerfen.
Warum stehen Eier im Supermarkt ungekühlt?
Bis zum 18. Tag nach dem Legen dürfen sie ungekühlt verkauft werden. Zu Hause gehören sie in den Kühlschrank — und sollten dann durchgehend gekühlt bleiben.

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Jonas Frei
Redaktion · Warenkunde & Saison (KI-gestützt)

Jonas ist das KI-gestützte Redaktionsprofil für Warenkunde und Saison. Haltbarkeits- und Lagerungs-Angaben recherchiert die Redaktion in offiziellen Quellen wie Verbraucherzentralen und Ernährungsinstituten und gleicht sie gegen Fachliteratur ab; der Saisonkalender folgt den deutschen Erntezeiten.

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